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11. September 2021

Großer Katharinenball

Schlosspark „Zarizyno“

Katharina die Große immer noch Bindeglied zwischen Russen und Deutschen – Politiker

29.01.2019

Quelle: https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20180923322410082-katharinenball-staedtepartnerschaft-wettbewerb-geschichte/

Nikolaj Jolkin

Getragen von dem großen Namen Katharina der Großen existieren laut dem Bürgermeister von Zerbst Andreas Dittmann viele Initiativen, die die Jugendheimatstadt der Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst mit der Partnerstadt Puschkin bei Sankt Petersburg verbinden und immer neue Menschen anziehen.

Das zeige, dass auf beiden Seiten große Neugier bestehe, sagte er im Interview mit dem Sputnik-Korrespondenten Nikolaj Jolkin beim Großen Katharinenball im Zarizyno-Schloss in Moskau. Dittmann betonte, „dass sich die Menschen in Deutschland nicht von den Medien beeinflussen lassen, sondern sich ein eigenes Bild über Russland und unsere Partnerstadt machen wollen. Und das sind die besten Botschafter, die wir finden können.“

Die russische Zarin deutscher Herkunft sei das stärkste Bindeglied, so Dittmann. „Sie hat viel für das neuentstandene russische Reich getan, heute ist sie für uns eine Inspiration und Ideengeberin. Vor allem verdeutlicht sie in ihrer Persönlichkeit einmalig, wie eng die deutsche und russische Geschichte mit einander verknüpft sind. Insofern geht von diesem Katharinenball eine besondere Signalwirkung dafür aus, dass es höchste Zeit ist, die deutsch-russischen Beziehungen auf Regierungsebene wieder deutlich zu verbessern.“

Ziel sei es, fuhr der Bürgermeister fort, „nächstes Jahr im Herbst zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Puschkin den großen Katharinenball, wie wir ihn hier erleben, in Zerbst durchzuführen. Außerdem gibt es einen engen Austausch zwischen dem Förderverein Schloss Zerbst und dem Museumsreservat Zarskoselskoje. Wir arbeiten beim Albert-Schweitzer-Familienwerk in Zerbst eng mit dem gleichnamigen Fonds in Puschkin zusammen. Es gibt eine Schulpartnerschaft zwischen dem Zerbster Gymnasium und dem Gymnasium 206 in Puschkin (früher Zarskoje Selo [Zarendorf], wo der Dichter Alexander Puschkin die Eliteschule für Jungen besuchte – Anm. d. Red.).“

Olga Martens, Vize-Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK), erinnerte: „Als die junge Prinzessin Sophie Friederike von Zerbst nach Russland kam, sprach sie kein Wort Russisch. Aber sie war unheimlich bemüht, mit dem Herzen in Russland anzukommen und erwarb deswegen sehr schnell die russische Sprache. 2019 jährt sich ihr Geburtstag zum 290. Mal. Die Zeit von Katharina der Großen war durch einen Geist der Aufklärung gekennzeichnet, den wir besonders schätzen. Es ist für Russland wichtig, dass seine Bürger eine gute Ausbildung erhalten, Religionsfreiheit genießen und intelligente Menschen sind.“

„Mit einer Reise zu unserem Katharinenball fördern wir“, so Martens, „talentierte und aktive Teilnehmer an Projekten des Verbandes aus ganz Russland: Gewinner von Olympiaden der deutschen Sprache, Musikfestivals, Teilnehmer ethnokultureller Camps, über Russlanddeutsche schreibende Journalisten und viele andere. Unser Ball lässt uns nicht vergessen, dass es zwei Länder gibt, die einander seit Jahrhunderten geliebt und nicht geliebt, sogar gegeneinander gekämpft haben, aber ohne einander nicht leben konnten.“

Am Rande des Balls wurden die Sieger des Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche“ geehrt, darunter auch der 70-jährige Arkadij German, Begründer der wissenschaftlichen Schule der russlanddeutschen Geschichte. Seit 20 Jahren ist er für die Internationale Assoziation der Forscher russlanddeutscher Geschichte und Kultur tätig. „Nur ein Viertel unserer Assoziation sind Deutsche. Meistens sind es Vertreter anderer Nationalitäten in Russland“, so German. „Wir haben es geschafft, die Situation zu überwinden, dass Russlanddeutsche ihre Geschichte nicht kannten. Sie hatten keine Vergangenheit. Über all das kann man sich heute auf der Webseite Rusdeutsch in der Online-Bibliothek informieren und eine elektronische Version der Geschichte von Russlanddeutschen finden.“

In der Laudatio hob der Direktor des Instituts für Internationale Wirtschaft und Politik an der Russischen Akademie der Wissenschaften, Ruslan Grinberg, hervor, dass es in der Geschichte der Russlanddeutschen viel Fürchterliches, aber auch viele heroische Kapitel gegeben habe. „Die Deutschen haben einen kolossalen Beitrag bei der Entwicklung Russlands geleistet. Sie sind bescheidene, aber rechtschaffene Leute. Kurz und gut, Musterknaben. Wir bräuchten mehr solche Musterknaben. Leider sind viele nach Deutschland ausgewandert, obwohl es dort genug eigene Musterknaben gibt. Doch sind einige in Russland geblieben. Solche, wie Arkadij German.“

In der Kategorie Sport wurde die sowjetische Basketballspielerin und Olympiasiegerin von Barcelona 1992 Irina Minch aus Nowosibirsk geehrt, die sich in erster Linie bei ihren Eltern bedankte. „Ohne sie hätte ich nie den Wettbewerb,Russlands herausragende Deutsche‘ gewonnen.“

In diesem Online-Wettbewerb russlandweit siegten auch Viktor Kress, langjähriger Gouverneur des Gebietes Tomsk im Westsibirien, Anna Sosedova, Deutschlehrerin in der Stadt Karasuk (Region Nowosibirsk), Nina Lutzow-Lochtatscheva, verdiente Künstlerin Russlands,  Prof. Dr. Ewgenij Wagner, Facharzt für Chirurgie (posth.) und Prof. Dr. Wladimir Matow, Sportarzt vieler Olympiamannschaften Russlands (posth.).